Die Feldgrille Das Insekt des Jahres 2003

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Die Feldgrille Das Insekt des Jahres 2003

Die schwarze Feldgrille ist vor allem wegen ihres Zirpen bekannt, das wohl jeder schon an warmen Sommertagen gehört hat. Die Heuschreckenart wurde zum Insekt des Jahres 2003 gekürt.

Feldgrillen sind sehr wärmebedürftig und bevorzugen daher trockene, schütter bewachsene Böschungen und Hänge. Auch in Feldrainen, Heiden und sogar Äckern halten sie sich auf. Die Männchen zirpen, indem sie die Flügel rasch gegeneinander bewegen, wobei eine glatte Schrillkante über eine Sägeblatt ähnliche Schrillader streift.

Die Grille ist mit ihrem großkugeligen, schwarzglänzenden Kopf und den langen Fühlern eine imposante Erscheinung. Der Körper und die Flügel erinnern an einen schwarzen, mit feinen Goldsamt besetzten Frack. Wie alle Heuschrecken ähneln die Larven den erwachsenen Tieren, nur haben sie noch keine Flügel.

Das stumme Weibchen ist an seiner Legeröhre zu erkennen. Es legt einige hundert Eier in Haufen zu jeweils 20 bis 40 und hinterlässt sie ohne jegliche Brutpflege. Die Larven schlüpfen nach zwei bis drei Wochen.

Die Feldgrille ist ein echter, wärmeliebender Europäer, sie kommt aber auch in Nordwestafrika vor. Im südlichen Deutschland ist sie an vielen Stellen noch häufig zu finden, doch dünnen die Vorkommen schon aus klimatischen Gründen nach Norden hin aus. Hinzu kommen Verluste an Lebensräumen, so dass die Feldgrille inzwischen in vielen Landschaften vom Rückgang betroffen und in manchen Gegenden sogar schon ausgestorben ist.

Dass auch Menschen Grillen haben können, ist altbekannt. Die wechselnden Stimmungen und psychischen Eigenheiten, verwunderlichen Einfälle und Launen werden bei Luther und Goethe mit Grillen bezeichnet. Ein Zusammenhang mit der Feldgrille und der nahe verwandten Hausgrille, dem Heimchen, ist aber nicht erkennbar.

Auf dem Foto oben siehst du ein Feldgrillenpärchen vor einem Erdloch. Das Männchen (links) bezirzt das Weibchen mit einem besonderen Werbegesang

(Foto: H. Bellmann)

Das Insekt des Jahres

Seit 1999 wird für Deutschland ein Insekt des Jahres proklamiert. Damit soll auf die weltweit artenreichste Gruppe von Tieren aufmerksam gemacht werden, die allzu oft nur als Schädlinge oder Lästlinge abgetan werden.

Nach neueren Schätzungen gibt es zwischen 15 und 80 Millionen Tierarten, davon sind wahrscheinlich 90 % Insekten. Beschrieben sind bisher allerdings nur 1,65 Millionen Tierarten, davon zählen knapp 1 Millionen zu den Insekten.

Als Insekt des Jahres werden in der Regel bekannte Insekten ausgewählt, wie der Zitronenfalter 2002, der durch seine Schönheit auffällt und den man auf Spaziergängen im Frühjahr gelegentlich sehen kann. Zumindest namentlich bekannt ist der Rosenkäfer, das Insekt des Jahres 2000. Anders ist es mit der Florfliege, dem ersten Insekt des Jahres - 1999. Die Florfliege hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen, denn im Herbst kommt sie regelmäßig in die Wohnungen, um einen Unterschlupf für den Winter zu finden. Aber weder der Name noch die Lebensweise diese Blattlausvertilgers sind vielen Leuten bekannt. Die Plattbauch-Segellibelle wurde für das Jahr 2001 stellvertretend für alle bedrohten, insgesamt 80 Libellenarten in Deutschland gekürt.

RR/BBA Stand: 3. 1. 2003

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